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 Canarias24.com: Newsarchiv vom Februar 2003

Sonntag, 16. Februar 2003
F-18 vor Gran Canaria ins Meer gestürzt

Ein Kampfflugzeug des Typs F-18 Hornet stürzte am 11. Februar vor der Küste Gran Canarias ins Meer und sorgte für Aufregung unter der Bevölkerung. Der Pilot hatte aus bislang ungeklärten Gründen beschlossen, das Flugzeug per Schleudersitz zu verlassen und lenkte die Maschine in Küstennähe ins Meer.

Augenzeugen berichteten, dass gegen 13.30 vor Pozo Izquierdo im Südosten der Insel zwei Kampfflugzeuge zu sehen waren. Eines davon habe eine "merkwürdige Flugbahn beschrieben" und sei, nachdem die Kabine abgetrennt und der Pilot ausgestiegen war, auf dem Meer aufgeschlagen.

Das Flugzeug gehörte zum 462. Geschwader der spanischen Luftwaffe, das seinen Stützpunkt in Gando hat. Der Pilot, Daniel Alemán, konnte wenige Minuten nach dem Unglück vom Seerettungsdienst SAR per Hubschrauber an Land gebracht werden. Er wurde unverletzt geborgen, jedoch aus Sicherheitsgründen zur Beobachtung in das Inselkrankenhaus gebracht.

Das Militär kümmerte sich anschließend zusammen mit der Guardia Civil um die Bergung der Flugzeugteile, um eine Untersuchung zu starten, die Aufschluss über die Absturzursache geben soll.

Spanienweit ist dies der dritte Absturz eines Militärflugzeugs innerhalb von wenigen Monaten.

Keine andere Wahl
Am 12. Februar wurde der Pilot aus dem Krankenhaus entlassen. Der Presse erklärte er: "Ich hatte keine andere Wahl, als das Flugzeug ins Meer zu lenken". Weitere Details wollte er nicht preisgeben. Ersten Informationen der Luftwaffe zufolge hatte die Maschine Treibstoff verloren. Das Flugzeugwrack konnte noch am Abend desselben Tages geborgen werden. Der Flugschreiber soll Aufschluss über die Absturzursache geben.

Südgemeinden fordern mehr Sicherheit
Die Bürgermeister der Gemeinden Santa Lucía de Tirajana, Ingenio und Agüimes im Südosten der Inseln haben angekündigt, dass sie sowohl die Zivilluftfahrtbehörde AENA als auch die Luftwaffe auffordern werden, ihre Piloten zur Einhaltung der festgelegten Flugrouten anzuhalten. Obwohl vorgeschrieben sei, dass die Maschinen den Flughafen Gando von südlicher Richtung anfliegen müssen, werden bei Manövern oft "Abkürzungen" genommen, die erhebliche Lärmbelästigung in den Gemeinden verursachen und auch ein Sicherheitsrisiko für die Bevölkerung darstellen, monieren die Bürgermeister.

Indessen versichert Verteidigungsminister Federico Trillo in Madrid, dass die Piloten der Luftwaffe im Notfall immer ein unbevölkertes Gebiet ansteuern werden, und auch im Extremfall nie die Bevölkerung gefährden würden, auch wenn sie dadurch ihr eigenes Leben in Gefahr bringen.


In Kooperation mit: Wochenspiegel

Freitag, 14. Februar 2003
Irak: Der Wunsch nach einer friedlichen Lösung

Während auf politischer Ebene die Irak-Frage zwei klare gegensätzliche Lager aufgetan hat, deren Kluft von Tag zu Tag tiefer zu werden scheint, spiegelt die Stimmung in der Bevölkerung ein überraschend deutliches und mehrheitliches Einvernehmen wider. Spanien gehört, was den Widerstand der Einwohner gegen einen möglichen Irak-Krieg betrifft, inzwischen zu den europäischen Ländern, mit den höchsten Gegnerquoten. Knapp 70% der spanischen Bevölkerung sollen sich laut jüngster Umfragen klar gegen die US-Kriegspläne ausgesprochen haben.

Interessant ist dieser hohe Prozentsatz besonders im Hinblick auf die untertänig geprägte Haltung, mit der Regierungschef José María Aznar – und mit ihm seine mehrheitsverwöhnte Regierung – immer wieder auf den sogenannten Präventivkrieg Bezug nimmt und damit seine Notwendigkeit zu rechtfertigen versucht.

Obwohl bis Redaktionsschluss Aznar dem Abgeordnetenkongress gegenüber noch keine offizielle Mitteilung über seine Position in der Irak-Frage gemacht hatte, lassen sämtliche bislang publik gewordenen Aussagen keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Regierung auf US-Seite steht.

Die Opposition hingegen war sich nie so einig wie jetzt. Unter keinen Umständen werde man Aznars Vorhaben, den Irak-Krieg zu unterstützen, befürworten. Da nütze es auch nichts mehr, dass Aznar nach 18 Monaten absoluter Funkstille am 2. Februar nun plötzlich doch den Parteichef der sozialistischen PSOE, José Luis Rodríguez Zapatero, zu einem Gespräch empfing. Sein Anliegen, die Unterstützung der Opposition in Sachen Irak-Krieg zu erhalten, wurde vom Oppositionsführer rundweg abgelehnt. Eine Haltung, die dem Sozialistenchef mit schärfster Kritik vonseiten Aznars gedankt wurde.

Für den Frieden

Nicht nur in den Ergebnissen der jüngsten Meinungsumfragen bezüglich der Wahlintention der spanischen Bürger, in denen erstmalig die Sozialisten wieder vor der regierenden Volkspartei lagen, spiegelt sich inzwischen der Unwille der Bevölkerung über das Verhalten der Regierung wider.

Wohin man derzeit auch sieht, überall manifestiert sich der Wunsch nach Frieden und nach einer friedlichen Lösung des Konflikts. Besonders eindrucksvoll waren in diesem Zusammenhang die Friedensbekundungen, die Kinder am Internationalen Schulfriedenstag, am 30. Januar, überall in der Welt zum Ausdruck brachten. So
auch auf den Kanarischen Inseln, wo sich tausende in den Haupt- und großen Städten der Inseln versammelten und auf Transparenten Frieden forderten.

Der Schulfriedenstag wird seit 39 Jahren immer am Todestag von Mahatma Gandhi gefeiert, eine der Schlüsselfiguren der Weltfriedensbewegung.


In Kooperation mit: Wochenspiegel

Montag, 10. Februar 2003
Deutsch-spanisches Gipfeltreffen auf Lanzarote

Letzten Angaben der deutschen Botschaft in Madrid zufolge begleiten Außenminister Joschka Fischer und Innenminister Otto Schily Bundeskanzler Schröder bei seiner Lanzarote-Reise. Schröder wird am 11. und 12. Februar an dem 20. deutsch-spanischen Gipfeltreffen teilnehmen, das diesmal auf Lanzarote und unter Vorsitz des spanischen Regierungs-chefs José María Aznar stattfinden wird.
Thema Nummer Eins der Staatsoberhäupter bei diesem Treffen soll die Entwicklung der europäischen Konvention sein. Wobei eine zukünftige europäische Verfassung im Vordergrund stehen wird.

Ebenfalls auf dem Programm steht natürlich auch die Irak-Frage, wodurch sich die Anwesenheit des deutschen Außenministers erklärt.
Angesichts der Tragweite und Aktualität, vor allem was den letztgenannten Punkt betrifft, dürfte das dritte Thema, die EU-Osterweiterung, nur am Rande zur Sprache kommen.

"Sehr positiv für die Kanaren"
Der sozialistische EU-Abgeordnete Manuel Medina stufte dieses deutsch-spanische Treffen als "äußerst positiv" ein, auch im Hinblick auf die Anliegen der Kanarischen Inseln. Es sei "mehr als angebracht", dass Spanien wieder mehr in Richtung der französisch-deutschen Achse tendiere, nicht zuletzt weil hier "die wirklichen Entscheidungen fallen". Ausserdem könnte diese Art von Treffen dazu beitragen, "die unstete spanische Außenpolitik der letzten Jahre wieder in richtige Bahnen zu lenken".


In Kooperation mit: Wochenspiegel


 

 
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