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 Canarias24.com: Newsarchiv vom November 2001

Montag, 26. November 2001
Teneriffe: Entscheidung über neue Landebahn am Südflughafen

Die neue Start- und Landebahn für Teneriffas Südflughafen Reina Sofía sorgt seit Jahren für Diskussion. Nachdem das Entwicklungsministerium im Oktober letzten Jahres die Notwendigkeit einer zusätzlichen Piste erkannte und eine Investition von umgerechnet 577 Millionen ankündigte, stimmte auch die spanische Zivilluftfahrtbehörde Aena zu.

Seither wurde an den Projektentwürfen getüftelt und darüber debattiert, ob die Piste nun südlich oder nördlich der der jetzigen Start- und Landebahn angelegt werden soll. Nun entschied sich der kanarische Regierungsrat in einer Sitzung für die sogenannte "Nordlösung". Regierungssprecher Pedro Quevedo erklärte, diese Entscheidung beruhe nicht nur auf Argumenten der Rentabilität, da sie die Entwicklung des Flughafens über das Jahr 2015 hinaus sichere, sondern berücksichtige auch Umweltaspekte sowie die Lärmbelästigung der Anwohner. Durch eine Piste im Süden würde der Fluglärm deutlich erhöht, während die "Nordlösung" nur für einige Anwohner von San Miguel eine stärkere Lärmbelastung bedeute, erklärte Quevedo.

Der Vorschlag des neuen Entwicklungsplans für den Flughafen Reina Sofía wird nun dem Staatssekretariat für Infrastrukturen vorgelegt, und von kanarischer Seite aus hofft man, daß sich der bürokratische Weg von nun an nicht mehr allzu holperig gestaltet.


In Kooperation mit: Wochenspiegel

Mittwoch, 21. November 2001
Unwetter: La Palma zum Katastrophengebiet erklärt

Bei den schweren Regenunwettern auf der kanarischen Insel La Palma sind mindestens zwei deutsche Urlauber ums Leben gekommen. Mehrere Ausflügler wurden in einem Nationalpark am Mittwoch noch vermisst. Nach Angaben der spanischen Behörden handelte es sich bei den Toten und Vermissten wahrscheinlich um deutsche Touristen.

Bei der Suche nach den Vermissten waren am Mittwoch mehrere Hubschrauber im Einsatz. Mehr als 120 Urlauber, die verschiedenen Reisegruppen angehörten, waren im Vulkankrater eingeschlossen und mussten die Nacht in verschiedenen Unterschlüpfen verbringen.

Leichtsinnige Touristen

Die Verwaltung des Nationalparks warf den Touristen Leichtsinn vor. Die Urlauber hätten die Gefahren offenbar unterschätzt, sagte ein Sprecher. Das spanische Wetteramt hatte für die gesamten Kanarischen Inseln eine Unwetter-Warnung gegeben.

Bei dem Unwetter waren innerhalb von zwei Stunden bis zu 90 Liter Regen pro Quadratmeter niedergeprasselt. Am Mittwoch beruhigte sich die Wetterlage.

Auch Gran Canaria betroffen

Auf der Insel Gran Canaria mussten Hunderte von Urlaubern aus ihren Hotels ausquartiert und in anderen Herbergen untergebracht werden. In den großen Ferienzentren im Süden der Insel hatten die Regengüsse in mehreren Hotels tiefer gelegene Zimmer unter Wasser gesetzt. Ganze Straßenzüge, Souvenirläden und Restaurants waren überschwemmt. In der Inselhauptstadt Las Palmas wurden 15 Kinder verletzt, als eine Sturmböe eine aufblasbare Burg fortriss. Der Verkehr auf den Flughäfen der kanarischen Inseln wurde von dem Unwetter kaum beeinträchtigt.  (azl)

Mittwoch, 14. November 2001
Las Teresitas - Freizeitspaß bei Tag und Nacht

Der französische Architekt Dominique Perrault hütete die Details des Las Teresitas-Projektes in Santa Cruz wie einen wertvollen Schatz und erreicht damit sein Ziel: alle, Öffentlichkeit und Stadtrat, waren bis aufs äußerste gespannt auf die endgültige Preisgabe des Geheimnisses und die Präsentation des Projektes.

Am 29. Oktober war es soweit. Perrault ließ es sich nicht nehmen, persönlich in Santa Cruz die Details seines Projektes für die Urbanisierung des Gebiets um den Las Teresitas-Strand vorzustellen. Seit Juli letzten Jahres hatte er zusammen mit seinem Team an dem umfangreichen Umgestaltungsprojekt gearbeitet, das Las Teresitas zu einem Freizeitvergnügen am Tag und bei Nacht machen soll. Gerade dieser Aspekt der maximalen Nutzung von Las Teresitas scheint dem Franzosen wichtig zu sein, denn er sagte: "Las Teresitas wird ein 7 Tage die Woche und 24 Stunden nutzbares Freizeitgebiet sein".

Oasen auf dem Wellenbrecher
Unter den vielen interessanten Ideen, die Perrault in das Projekt eingebracht hat, befindet sich auch die Unterbrechung des Wellenbrechers entlang der Strandlinie mit drei künstlichen Oasen. So wird auch der bislang eher von Hobbyfischern genutzte Wellenbrecher in das Badegebiet des Strandes einbezogen, bietet Liegeflächen und Schattenplätze für Strandbesucher, so daß sich die Strandbucht in eine Art natürliche Schwimmbadanlage verwandelt. Diese Nutzung des Wellenbrechers war jedoch nur eine der Überraschungen, die Perrault in seinem ursprünglichen Gewinnerprojekt des Ideenwettbewerbs zurückgehalten hatte.

Eine weitere Überraschung lieferte er mit der Reduzierung der für Urbanisationsprojekte vorgesehenen Fläche. Ursprünglich waren hinter dem Strand 120.000 Quadratmeter für verschiedene Bauten wie Wohnkomplexe, Einkaufszentren, Hotels, Sportanlagen, etc. geplant. Diese Fläche wird in Perraults Endprojekt nun auf 30.000 Quadratmeter beschränkt, auf denen unter anderem ein fünf-Sterne-Hotel mit 500 Betten entstehen soll. Insgesamt, so Perrault, soll das Luxushotel nicht mehr als acht Stockwerke haben.

Da Perrault Las Teresitas vielseitige Nutzungsmöglichkeiten geben will, hat er auch die Parkplatzfrage in seinem Projekt berücksichtigt. Angesichts der vielen Besucher, die täglich die „Oase“ von Santa Cruz besuchen werden, hat er verschiedene Parkplatzanlagen vorgesehen. Im Gebiet des ehemaligen Artillerie-Stützpunktes hinter dem Strand, in dem auch das Hotel geplant ist, sollen unterirdische Parkgaragen mit 1.000 Stellplätzen gebaut werden. Außerdem sieht das Projekt ein Parkhaus mit 620 Stellplätzen direkt hinter dem Strand vor. Ein Einkaufszentrum und eine Schwimmbadanlage mit Thalassotherapiezentrum sind ebenfalls Teil des Projektes und werden über eine eigene Parkanlage mit 200 Stellplätzen verfügen.

Der Friedhof bleibt
Viele Bürger von Santa Cruz beschäftigte die Frage: Was wird aus der Fischereigenossenschaft von San Andrés, wenn Las Teresitas neugestaltet wird, und was geschieht mit dem kleinen Friedhof hinter dem Strand? Perrault will den Friedhof als historisches Element erhalten. Allerdings ist eine kleine Umgestaltung im Sinne einer neuen Bepflanzung mit Palmen und Dekoration mit Vulkangestein vorgesehen. Der Friedhof soll von einer Glasmauer umgeben geschützt, jedoch nicht isoliert werden. Und auch die Fischereigenossenschaft wird ihre Installationen behalten können, ohne umziehen zu müssen, dafür aber von einer Restaurierung profitieren.

Unmittelbare Strandlinie
Dominique Perrault scheint die Wünsche der Bürger erkannt zu haben und ist darum bemüht, das Gebiet unmittelbar hinter dem Strand so weit wie nur möglich von Bauten zu verschonen. Der Schwerpunkt wird in diesem Strandteil auf den sportlichen Einrichtungen und Servicebetrieben liegen. Eine Plaza für Rollschuhfahrer, ein Gelände für Radfahrer, ein Minigolfplatz, ein Basketballplatz und ein Volleyballplatz bilden das Angebot für sportliche Aktivitäten, während verschiedene Restaurants und Cafeterías für das leibliche Wohl der Strandbesucher sorgen. In der Nähe sind auch Umkleidekabinen, Duschen und Toiletten vorgesehen. Entlang des Strandes ist ein Fahrradweg geplant, und am Ende des Strandes ist eine große Freilichtbühne für Theateraufführungen und Konzertveranstaltungen vorgesehen.

Applaus von allen Seiten
Perrault bekam für seine Pläne großen Beifall sowohl von der regierenden Partei, als auch von der sonst so kritischen Opposition. Bürgermeister Miguel Zerolo zeigte sich besonders erfreut darüber, daß die endgültigen Pläne des französischen Architektenteams bestätigen, wie richtig die Auswahl seines Projektes bei dem Ideenwettbewerb war. Er wies auf die Kontinuität hin, mit der Perrault sein Projekt im Sinne der Erwartungen der Gemeinde weiterentwickelt. Besonders wichtig ist auch den Mitgliedern der Opposition, daß die Bebauungsfläche reduziert wurde und das Gebiet direkt hinter dem Strand von größeren Urbanisierungsplänen verschont bleibt. Das Modell des Projektes soll übrigens schon bald am Strand von Las Teresitas öffentlich ausgestellt werden.


In Kooperation mit: Wochenspiegel


 

 
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