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 Canarias24.com: Newsarchiv vom November 2002

Montag, 25. November 2002
Die Apotheke unter Wasser

Die kanarischen Meeresgründe verfügen über eine schier endlose Vielfalt an endemischer Fauna und Flora, deren Spezies in ihrer Zusammensetzung oft von Insel zu Insel noch verschieden sind. Diesen Reichtum möchte sich jetzt der spanische Betrieb PharmaMar, eine Tochterfiliale des Biotech-Unternehmens Zeltia, zunutze machen.
José María Fernández Sousa-Faro, Präsident der Zeltia-Gruppe und Lehrstuhlinhaber für Biochemie, ist kürzlich auf die Kanarischen Inseln gereist, um mit den beiden kanarischen Universitäten Kontakt aufzunehmen und Vereinbarungen für eine Zusammenarbeit zu treffen.
PharmaMar hat sich auf die Erforschung und Entwicklung von Krebsmedikamenten auf der Basis von Meeresorganismen spezialisiert, ein bislang noch erstaunlich wenig erforschtes Gebiet.
Mit eben dieser Idee, daß das Meer ungeahnte Schätze an Anti-Tumor-Wirkstoffen birgt, wurde PharmaMar 1986 von José María Fernández Sousa-Faro als weltweit erstes Unternehmen gegründet, das sich diesem Thema widmet.

Siebzehn Jahre später steht die Tochterfiliale von Zeltia, das einzige börsennotierte Biotech-Unternehmen Spaniens, kurz vor der Vermarktung des ersten Krebsmedikaments, das auf der Grundlage von Meeresorganismen entwickelt wurde. Es wird davon ausgegangen, daß das Medikament, das den Wirkstoff Ecteinascidin 743 (kurz: ET-743) enthält und in Spanien voraussichtlich unter dem Namen Yondelis vertrieben wird, bald den Segen der europäischen Medikamentenagentur erhält und schon 2003 auf den Markt kommen kann. Grundlage des Medikaments ist ein Stoffwechselprodukt mariner Manteltierchen, dessen Heilwirkung besonders bei den schwer behandelbaren Sarkomen von Patienten mit Bindegewebsgeschwüren und bei Eileiterkrebs große Erfolge verspricht. Während der klinische Erprobungsphase wurde seine Heilwirkung jedoch auch bei Brustkrebs und anderen Tumorarten nachgewiesen, weswegen in diesen spezifischen Fällen noch intensiver weitergeforscht wird.

Als die PharmaMar vor fast zwei Jahrzehnten mit ihrer Arbeit begann, wurde das Unternehmen von Konkurrenzbetrieben bestenfalls mit einem mitleidigen Lächeln bedacht. Die Vorstellung, im Meer nach Heilwirkstoffen zu suchen, galt damals noch als völlig abwegig. Inzwischen und angesichts des eindeutigen Erfolgs von PharmaMar sind viele ihrem Beispiel gefolgt.

Die Sammlung noch genauer zu untersuchender Meeresorganismen von PharmaMar liegt inzwischen bei weit über 35.000 Exemplaren. 700 Produkte wurden inzwischen patentiert, über zwölf davon befinden sich bereits im fortgeschrittenen Untersuchungsstadium, drei sogar schon in der klinischen Erprobungsphase.
Bis dahin mußte jedoch ein langer Weg zurückgelegt werden. Fehlende technische Mittel und deutlich höhere Forschungskosten sind zwei der Gründe, warum bislang hauptsächlich über Wasser nach Wirkstoffen gesucht wurde. Fernández Sousa ließ sich jedoch von seiner Vision eines Ozeans voller Heilmittel nicht abbringen und startete bereits zwölf Monate nach Gründung der PharmaMar 1986 zur ersten Sammelaktion mariner Organismen. Die dafür eigentlich kostenaufwendige und umständliche Prozedur löste er, indem er Vereinbarungen mit der spanischen Fischereiflotte traf. So war ab dem Zeitpunkt oft ein Wissenschaftler-Team der PharmaMar mit an Bord der großen Fischkutter, das sich bei Einzug der Netze nur noch zu bedienen brauchte. Peinlichst genau wurden die verschiedenen Algen, Schwämme und sonstigen marinen Produkte, die mit an die Meeresoberfläche gezogen wurden, untersucht, klassifiziert und in den Hauptsitz des Unternehmens in Madrid gebracht.

Die Gewässer um die Hawaii-Inseln, die amerikanische Küste, die Meeresgründe in der Antarktis, die Meerenge bei Mozambique und das Mittelmeer waren bislang die Hauptforschungsorte von PharmaMar. Trotz der Vereinbarung mit den Fischereiflotten und der inzwischen langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet ist das Sammeln mariner Organismen weiterhin viermal teuer, als die Forschung über Wasser.
Die Entwicklung des Medikaments Yondelis, das außerhalb von Europa von der bekannten Firma Johnson&Johnson vertrieben werden soll, bestätigt jedoch den Erfolg von PharmaMar und die Vision von Fernández Sousa, daß die Medikamente der Zukunft im Ozean verborgen liegen.


In Kooperation mit: Wochenspiegel

Freitag, 15. November 2002
Energiekrise auf Teneriffa

"Tinerfeña, tinerfeño, noch können wir unseren größten Schatz retten: unsere Natur, unsere Landschaften, unsere Geschichte! Informier’ Dich, ruf’ an!" Mit diesem eindringlichen Aufruf endet das Flugblatt, das in diesen Tagen von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf der ganzen Insel verteilt wird. Und selbst die Kinder können den Passanten einiges zum Thema erzählen.

Es geht um die von der hiesigen Stromerzeugergesellschaft Unelco und der kanarischen Regierung projektierte Hochspannungsleitung, die durch die Wälder von Granadilla, Vilaflor und Adeje geführt werden soll. Das Flugblatt: "Das wäre eine Ökokatastrophe von nie dagewesenem Ausmaß für ein von weltweit einzigartigen Spezies der Tier- und Pflanzenwelt getragenes Ökosystem: den jahrhundertealten Kiefernwald der Gegend. Hunderte von Bäumen würden gefällt, um eine bis zu 40 Meter breite Schneise in den Wald zu hauen. Zusätzlich wird die Hochspannungsleitung eine starke elektromagnetische Kontamination der angrenzenden Wald- und Agrargebiete verursachen."

Und weiter: "Diese im Dienst der großen Touristikunternehmen und Immobilienspekulanten des Inselsüdens getroffene Entscheidung der kanarischen Regierung ist illegal, denn sie verletzt mehrere staatliche und europäische Naturschutzgesetze. Solange das Parlament, die Europäische Kommission und die Gerichte sich nicht zu unseren Gunsten geäußert haben, kann nur der Widerstand der Bürger dieses Attentat auf das Naturerbe aller Inselbewohner stoppen."

Die Bürgerbewegung für Vilaflor "Movimiento Ciudadano por Vilaflor" appelliert mit diesem Flugblatt an alle Gemeinden der Insel, an jeden Bürger, jeden Bürgermeister, sich dieser Initiative anzuschließen, denn "Toda la isla es Vilaflor" oder sinngemäß "Wir sitzen alle in einem Boot".

Das Imperium schlägt zurück
Am 23. Oktober kündigte Unelco Stromausfälle auf der gesamten Insel – bis auf Santa Cruz, La Laguna, Candelaria, Güímar und Arico – an. "Aufgrund des durch Fremdeinflüsse verzögerten Aufbaus neuer Infrastrukturen" sei Teneriffas Stromversorgung an ihre Grenzen gestoßen und könne nicht mehr garantiert werden. Unelco brachte ganz klar die Überzeugung zum Ausdruck, daß die Versorgungsprobleme mit Beginn der Winterzeit, die auf den Inseln bekanntlich mit dem Beginn der Hochsaison zusammenfällt, diese Versorgungsprobleme noch verschärfen werde. So müsse ab 28. Oktober in allen übrigen Gemeinden mit Stromausfällen in den Stoßzeiten 10.00 bis 12.00 und 19.00 bis 22.00 Uhr gerechnet werden.

Nun ist der Verbraucher angehalten, zumindest in diesen Zeiträumen auf die Aircondition zu verzichten, möglichst wenig Lampen einzuschalten, keine Wasch-, Trocken- oder Spülmaschine laufen zu lassen, nicht zu bügeln, den Elektroboiler nicht zu benutzen und Fernseher und Computer nicht gleichzeitig laufen zu lassen, um Überlastungen des Stromnetzes zu vermeiden. "Solange die Hochspannungslinie zwischen Granadilla und Guía de Isora nicht steht, kann die Stromversorgung der Insel nicht garantiert werden."

Die beiden großen Touroperators TUI und Thomson haben Unelco schärfstens kritisiert. So Teneriffas TUI-Chef Wolfgang Pollinger: "Diese Entscheidung der Unelco wird negative Auswirkungen auf den Tourismus haben und die Einkünfte der Branche, die ohnehin in diesem Jahr aufgrund der internationalen Krise nicht auf Rosen gebettet ist, schmälern. Es ist unglaublich, daß ein stromerzeugendes Unternehmen in einem modern strukturierten Umfeld nicht fähig sein soll, einem Energiekollaps vorzubeugen."
Er sieht einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem Widerstand aus Vilaflor gegen die Hochspannungsleitung und der Haltung, die Unelco an den Tag legt und vermutet, daß Unelco die Gemeinde Vilaflor mit dieser neuen Strategie in die Knie zwingen will.
In einem Interview mit der kanarischen Tageszeitung Diario de Avisos hält er auch mit seiner Kritik an den für die Bodenplanung zuständigen öffentlichen Ämtern nicht zurück: "Künftig wird der deutsche Tourist sich bei seiner Ankunft auf der Insel fragen "Wieso haben die denn bloß so viel gebaut, wenn sie nicht genug Strom haben, um die Versorgung zu garantieren?"

Und der Thomson-Delegierte Andy Birgie betont, daß zahlreiche Touristen, die ein Appartement gebucht haben, "sehr unangenehme Ferien" verbringen werden, da eine ganze Reihe von Appartementhäusern kein Notstromaggregat hat. Er beklagt sich im übrigen darüber, daß im Süden ohnehin schon seit etwa vier Jahren etwa einmal in der Woche der Strom fünf Minuten bis zwei Stunden lang ausfällt.


In Kooperation mit: Wochenspiegel

Samstag, 2. November 2002
Neu im Reisecenter: Flüge von Condor, LTU und Air Berlin

Ab sofort kann man im Kanaren-Reisecenter auch direkt Flüge bei den Charterfluggesellschaften Condor, LTU und Air Berlin buchen. Dadurch bietet sich nun endlich auch die Möglichkeit, Hin- und Rückflüge mit einem ausländischem Abflugsort zu buchen. Sehr nützlich für auf den Kanaren ansässige Personen.

Also, egal was Sie suchen... im Reisecenter finden Sie von günstigen Pauschalreisen über Charterflüge bis hin zu Mietwagen oder Ferienwohnung alles! Und natürlich stets zu den günstigen Direktbucher-Preisen.

Link: Kanaren-Reisecenter  (azl)


 

 
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