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 Canarias24.com: Newsarchiv vom April 2002

Montag, 29. April 2002
Mit einem Bild gegen die geplante Verlängerung der Nordautobahn

"Ein Bild zählt mehr als tausend Worte" – in Anlehnung an dieses alte Sprichwort stellte die Bürgervereinigung gegen die Verlängerung der Nordautobahn bis Icod de los Vinos kürzlich eine Art Schockplakat vor, das den Mitbürgern bewußt machen soll, was dieses vielseits umstrittene Projekt für die Umwelt und Landschaft der für ihre wilde und ungeschliffene Schönheit bekannten Nordküste Teneriffas bedeuten wird. Das Plakat, auf dem durch eine Fotomontage der Teilabschnitt der Autobahnverlängerung skizziert wurde, der auf Stützpfeilern durch das geschützte Naturgebiet Rambla de Castro führen wird, soll "die Menschen aufrütteln, um gegen dieses unnötige und einschneidende Mammutprojekt vorzugehen" erklären Vertreter der Bürgervereinigung.
Wie die Sprecher Jesús Sánchez und José Agustín García weiter bekanntgeben, ist für Ende Mai eine große Demonstration in Santa Cruz de Tenerife geplant. Außerdem wurde bereits mit Europaabgeordneten der Grünen Kontakt aufgenommen, um zu erreichen, daß das Projekt zumindest nicht mit EU-Geldern unterstützt wird. Die Bürgervereinigung stützt sich dabei auf die Projektstudie des Bauressorts, das "bedeutende Unregelmäßigkeiten und Nichtbeachtung von Fakten aufweist, um so die Notwendigkeit der Autobahnverlängerung zu rechtfertigen". Nach Aussagen der Bürgervereinigung haben zwei EU-Abgeordnete ihren Besuch auf Teneriffa angekündigt, um die Angelegenheit vor Ort zu überprüfen.

Doch die Bürgervereinigung, in der über zwanzig kleinere Nachbarschafts- und Umweltvereine zusammengefaßt sind, hat noch mehr organisiert. So ist für Ende April eine große Informationsveranstaltung in Los Realejos geplant, die durch musikalische Darbietungen aufgelockert werden soll.

Besonders zufrieden zeigen sich die Sprecher über die Debatte, die sie durch ihr Auftreten in der Gesellschaft ausgelöst haben. Allein die 15.000 Unterschriften, die bereits gegen die Verlängerung der Autobahn gesammelt wurden, zeugen von der regen Anteilnahme der Bevölkerung an einem Thema, das für die Zukunft der Insel ausschlaggebend sein kann.


In Kooperation mit: Wochenspiegel

Donnerstag, 18. April 2002
Santa Cruz: Straßennamen aus der Franco-Zeit sollen verschwinden

Den Anfang machte die PP im Rathaus von Santa Cruz mit dem Antrag in einer Ratssitzung, den Straßennamen "18 de Julio", der an das Datum des Staatsstreichs von General Franco erinnert, durch den Namen "30 de Mayo", Gründungstag der autonomen Region der Kanaren, zu ersetzen.
Doch was als konkreter Vorschlag in der Ratssitzung landete, wurde am Ende derselben und nach einer langen Debatte einstimmig als allgemeine Maßnahme zur Beseitigung der Andenken an Persönlichkeiten und Ereignisse während der Franco-Diktatur vorgeschlagen.

Die Oppositionspartei PSOE befand nach Anhörung des Vorschlags der PP, daß die Umbenennung dieser einen konkreten Straße nicht genug sei und auch alle anderen Straßennamen, die an die Franco-Diktaktur erinnern, abgeändert werden sollten. Zu diesem Zweck soll nun eine spezielle Kommission gegründet werden, die sich mit der Neubenennung der Straßen befassen wird.

Ein PSOE-Sprecher: "Obwohl ich mich freue, daß die PP einen solchen Antrag auf den Tisch bringt, bin ich der Meinung, daß wir alle Spuren des Frankismus aus den Straßen von Santa Cruz ein für allemal beseitigen sollten. Es ist mir unverständlich daß wir in unserer Stadt weiterhin eine 'Rambla General Franco' haben. Das ist wirklich peinlich." Er betonte weiter, daß es ein falsches Vorbild für Kinder und Jugendliche sei, wenn öffentliche Plätze und Straßen weiterhin die Namen von Persönlichkeiten aus Zeiten der Diktatur tragen, denn damit würden die Namen derer geehrt, "die gegen die Werte unserer heutigen Demokratie verstoßen haben".

Die erste Namensbereinigung
Bereits in den ersten Jahren der damals jungen spanischen Demokratie hat es spanienweit einen Erlaß gegeben, nach dem sämtliche Straßen und Plätze, die vor der Diktatur einen anderen Namen getragen hatten, diesen wieder führen durften.

So verschwand damals beispielsweise in Puerto de la Cruz die Calle Calvo Sotelo und wurde wieder zur Calle La Hoya. Auch die Plaza del Generalísimo Franco heißt seither wieder Plaza del Charco. Nicht geändert wurde jedoch der Name der Avenida del Generalísimo Franco, denn die ist – relativ – neu und war nie anders genannt worden. Die spanische Regierung vertrat damals den Standpunkt, daß die Straßen und Plätze, die in der Zeit des Franco-Regimes entstanden waren und Namen mit politischem Bezug erhalten hatten, Zeugen der spanischen Geschichte seien, die durch eine Namensänderung nicht ausgelöscht werden könne.
Nachdem Santa Cruz nun aber den Vorreiter in dieser heiklen Angelegenheit gemacht hat, ist zu erwarten, daß auch einige andere Gemeinden der Insel dem Beispiel folgen werden.


In Kooperation mit: Wochenspiegel

Montag, 15. April 2002
Energiebedarf der Kanaren in zehn Jahren um 73% gestiegen

Während die Elektrizitätsgesellschaft Unelco auf Teneriffa ihr Vorhaben einer neuen Hochspannungsleitung durch das Naturschutzgebiet von Vilaflor allen anderen voran mit dem Argument des enorm gestiegenen Energieverbrauchs rechtfertigt, gehen viele Gegner des Projektes auf die Barrikaden und fordern eine umweltverträgliche Alternativlösung.

Das Problem auf Teneriffa, und vor allem im Süden der Insel, wo der Energiebedarf besonders in den letzten Jahren gestiegen ist, muß mittlerweile jedoch auf den gesamten Archipel ausgedehnt werden, und die Frage nach Alternativlösungen könnte in naher Zukunft weiter in den Vordergrund treten.

Das kanarische Statistikamt hat jetzt eine Hochrechnung der letzten zehn Jahre veröffentlicht, die deutlich macht, daß zwischen 1992 und 2001 der Verbrauch elektrischer Energie auf den Inseln um 73% gestiegen ist. In diesen zehn Jahren erhöhte sich der Energiebedarf besonders auf Fuerteventura (138%), El Hierro (112%) und Lanzarote (104%), gefolgt von Teneriffa und La Gomera (74%), Gran Canaria (62%) und La Palma (55%).

Im vergangenen Jahr erhöhte sich der Elektrizitätsverbrauch auf den Inseln von 5.716.021 Megawatt/Stunde auf 6.140.708 Megawatt/Stunde und damit um 7,4% im Vergleich zum Jahr 2000.


In Kooperation mit: Wochenspiegel

Dienstag, 2. April 2002
Sieben Tote bei schwerem Unwetter auf Teneriffa

Bei schweren Unwettern auf den Kanaren und Balearen sind an Ostern mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Deutscher. Am schlimmsten traf es die Kanaren-Insel Teneriffa, die am Sonntag die heftigsten Regenfälle seit mehr als 30 Jahren erlebte.

Die Überschwemmungen kosteten fünf Menschen das Leben, die Behörden schlossen weitere Todesopfer nicht aus. Bereits am Freitag war auf Mallorca ein 25-jähriger Deutscher ertrunken, nachdem er an einer Klippe bei Cala Figuera von einer großen Welle ins Meer gerissen worden war. Sein 21 Jahre alter Begleiter, auch ein Deutscher, wurde ebenfalls ins Meer gespült und wird seitdem vermisst.

Stundenlange Regenfälle verursachten vor allem in Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz im Norden der Insel schwere Schäden und führten zu einem Chaos. Deutsche seien aber nicht unter den Opfern, teilten die Behörden mit. Auch am Montag war ein Großteil der fast 200000 Einwohner noch ohne Strom und Telefon. Selbst die Notrufzentrale fiel lange Zeit aus, und auch das regionale Fernsehen konnte nicht mehr senden. Die Wassermassen verwandelten die Straßen in reißende Flüsse, Menschen und Autos wurden von Schlammlawinen mitgerissen, wie der Rundfunk berichtete. Der Autoverkehr brach völlig zusammen. Die Schulen blieben am Montag geschlossen.

Binnen weniger Stunden waren 224 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Bürgermeister Miguel Zerolo warf dem Wetterdienst schwere Versäumnisse vor, weil dieser die Katastrophe nicht vorhergesagt habe. Die Stadt war auf dem Landweg von der Außenwelt abgeschnitten, weil die Straßen wegen Überschwemmungen und Erdrutschen unpassierbar waren. Der Flughafen Los Rodeos konnte den Betrieb zwar wieder aufnehmen, nicht aber der wichtige Seehafen in Santa Cruz. Tausende Einwohner, die ihre Osterferien an den Stränden im Süden der Insel verbracht hatten, konnten nicht in ihre Häuser zurück. Viele von ihnen wurden notdürftig in den Messehallen außerhalb von Santa Cruz untergebracht.

Bürgermeister Zerolo rief die Bewohner auf, ihre Häuser nicht zu verlassen und forderte die Hilfe der Armee an, um die schweren Schäden zu beseitigen. Hunderte Helfer waren bereits mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Unter den Toten sind ein zwei Jahre altes Mädchen, das von einer einstürzenden Mauer erschlagen wurde, und ein 36-jähriger Mitarbeiter der Rettungsdienste. Die Behörden prüfen nun, ob Santa Cruz zum Katastrophengebiet erklärt wird.

Auf Mallorca hielten sich die Schäden dagegen in Grenzen. Wegen schwerer See mit bis zu viereinhalb Meter hohen Wellen mussten mehrere Schiffsverbindungen vorübergehend eingestellt worden. Das Unwetter traf vor allem den Osten der Insel. In der Gegend um Porto Cristo und Porto Colom verwüstete die starke Brandung mehrere Strände und spülte den Sand ins Meer. Böen mit Spitzengeschwindigkeiten von 80 Stundenkilometern rissen zudem Bäume, Straßenlaternen und Schilder um.  (azl)


 

 
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