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 Canarias24.com: Newsarchiv vom Juli 2004

Montag, 19. Juli 2004
Ein Canario auf dem Mt. Everest: "Dem Himmel so nah"

Mit diesen Worten beginnt ein längerer Erfahrungsbericht, den der kanarische Amateur-Bergsteiger Juan Diego Amador nach seiner erfolgreichen Besteigung des Mount Everest am 17. Mai in seine tausende von Kilometern entfernte Heimatregion schickte. „Ich wollte den Gipfel unbedingt mit jemandem teilen, es ist komisch, aber ich hatte das Gefühl, dem nahen Himmel zuschreien zu müssen, dass ich hier bin, einem Bekannten mitzuteilen, dass ich es geschafft hatte. Ich habe das Satelliten-Telefon aus dem Rucksack geholt und meine Eltern angerufen. Unter Tränen und Schluchzen brachte ich es irgendwie fertig, ihnen zu sagen, dass wir es geschafft hatten. Am anderen Ende der Leitung waren nur Schluchzer und Ausrufe der Freude zu hören. In diesem Moment spürte ich, dass ich nicht alleine war, dass die Kanarischen Inseln mit mir dort oben waren. Ich wartete, bis ein weiterer Bergsteiger den Gipfel erreichte, um mich fotografieren zu lassen. Ich holte die kanarische Flagge heraus und mit Tränen in den Augen und rasendem Herzschlag ging ich stolz in Positur.“ Das so entstandene Foto erreichte wenig später zusammen mit Amadors Bericht dank der Wunder der modernen Technik die Kanarischen Inseln. Der 32-Jährige hat zusammen mit dem ebenfalls von den Kanarischen Inseln stammenden Javier Cruz, der etwa 500 Meter vor dem Gipfel wegen starker Atemprobleme umdrehen musste, erreicht, dass die Kanaren neben dem Baskenland und Katalonien nun auch zu den autonomen spanischen Regionen gehören, die die meisten Erfolge in Sachen Besteigung von Achttausendern vorweisen können. Vor zwei Jahren sah das noch ganz anders aus. Da waren die Kanaren neben Extremadura die einzigen Regionen, die noch keine Bersteiger vorweisen konnten die einen der 14 höchsten Berge der Welt bezwungen haben. Um dieses Manko auszumerzen, wurde 2002 eine Initiative ins Leben gerufen, die von dem berühmten spanischen Bergsteiger Juanito Olarzábal geleitet, und durch die zwei Canarios für die Besteigung eines Achttausenders vorbereitet werden sollten. Nach einer Art Bergsteiger-Casting wurden Juan Diego Amador und Javier Cruz für die kanarische Himalaja-Expedition auserkoren und trainiert. Mit großer Wahrscheinlichkeit hätten sich die Organisatoren dieses ehrgeizigen Projektes damals jedoch nicht träumen lassen, dass innerhalb von nur zwei Jahren gleich drei Achttausender in die Liste der bezwungenen Gipfel der kanarischen Amateur-Bergsteiger aufgenommen werden konnten: der Cho Oyu (Nepal), der Gasherbrum II (Pakistan) und jetzt der mit seinen 8.848 Metern höchste Berg der Erde, der Mount Everest.


In Kooperation mit: Wochenspiegel


 

 
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