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 Canarias24.com: Newsarchiv vom August 2003

Donnerstag, 14. August 2003
Kanaren blieben weitgehend von europaweiter Hitzewelle verschont

Wahrlich eine mörderische Hitze, die sich in diesen Wochen über Europa staute. Das Thermometer erreichte nie gekannte Höhen, und auch die Nächte brachten keine Abkühlung. Bild titelte: "Kanzler, tu etwas!" und forderte dann auch gleich "Hitzefrei für alle!"

Generell ist die Rede vom "heißesten Sommer aller Zeiten" – und das ist nun ausnahmsweise mal keine Übertreibung der Sensationspresse. Denn die verschiedensten meteorologischen Institute melden Grade, die nicht registriert wurden, seit die Temperaturen systematisch aufgezeichnet werden. Und das ist immerhin seit etwa 1860 der Fall. Somit kann uns zwar der Bericht beeindrucken, dass 1696 die Weser mal ausgetrocknet war, denn die Weser ist immerhin ein richtig großer Fluss, aber das war schließlich weit vor unserer Zeit, und Temperaturangaben fehlen da sowieso. Nein, unseren Rekordsommer lassen wir uns nicht so einfach vom 17. Jahrhundert kaputtmachen.
Vom spanischen Festland wurden Temperaturen von satten 45 Grad gemeldet, und an zahlreichen Stellen in Europa brachen verheerende Waldbrände aus.

Klimaparadies Kanaren

Die Kanaren jedoch bewiesen einmal mehr, dass sie ihren Ruf als Klimaparadies zu Recht haben. Nur einmal kletterte das Thermometer auf 34 Grad, und das war um drei Uhr nachmittags. Generell wurden an den Tagen, in denen Europa am stärksten unter der Hitze litt und um abkühlende Gewitter flehte, zwischen 26 und 31 Grad gemessen. So wenig? Was war denn dann los, dass wir alle das Gefühl hatten, im glühenden Backofen zu sitzen? Schuld war die Klimageissel der Kanaren, die "Calima". Calima bezeichnet eigentlich ein von hohen Temperaturen, extrem niedriger Luftfeuchtigkeit und mit Staub verunreinigter Luft gekennzeichnetes Wetter, das der kanarischen Bevölkerung immer wieder zu schaffen macht.

Calima: diesmal mit hoher Luftfeuchtigkeit

Der heiße, mit Staubpartikeln versetzte Wind vom afrikanischen Kontinent hat uns in diesen Tagen den Atem genommen. Auch der berühmte Passatwind setzte aus, der den Inseln sonst stets Kühlung zufächelt. Da wurde sozusagen der große Ventilator einfach abgestellt. Besonders markant und für Calima-Wetter ausgesprochen ungewöhnlich war allerdings der Anstieg der relativen Luftfeuchtigkeit innerhalb von wenigen Tagen von 28 auf 70%.
Trotz der wahrhaft atemberaubenden Hitze stellen Mediziner fest, dass im Gegensatz zum spanischen Festland (46 Tote durch die Hitze) und gar Frankreich, wo über 5.000 starben, auf den Kanaren die Wetterlage kein Risiko bedeutet. So sind die Notaufnahmestationen in den Inselkrankenhäusern nicht außergewöhnlich überlastet gewesen. Dennoch warnt der kanarische Gesundheitsdienst vor Überanstrengung oder längerem Aufenthalt in der heißen Sonne, was zum Kollaps führen kann.

Hitzschlag: Wie kommt es dazu?

Dr. Antonio Solbes vom Universitätskrankenhaus La Candelaria bestätigt: "Selbstverständlich gibt es den Hitzschlag vom medizinischen Standpunkt aus gesehen. Das ist die Folge einer allgemeinen Überhitzung des Körpers, die entsteht, wenn der Organismus die gestaute Hitze nicht abgeben kann."
Normalerweise reagiert der menschliche Körper mit Erweiterung der Adern und Schweißabsonderung auf Hitze. Gefährlich wird es, wenn die Umgebungstemperatur so hoch ist, dass keine Abkühlung stattfinden kann. "In diesem Fall kommt es zu verschiedenen Stadien des Unwohlseins, die zum Kollaps führen können, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden."
Solbes nennt hier Krämpfe in Händen, Füßen und Waden, Schwäche und Schwindelgefühl. In derartigen Fällen muss sofort jede Aktivität für mehrere Stunden unterbrochen werden. Der Patient sollte in einem möglichst kühlen und abgedunkelten Zimmer ruhen und Säfte sowie mineralsalzhaltige Getränke zu sich nehmen. Wenn die akuten Symptome nach etwa einer Stunde nicht abgeklungen sind, unbedingt einen Arzt rufen.

Kurz vor dem Hitzschlag steht ein Mensch, dessen Haut rot und trocken ist, der Fieber und heftige Kopfschmerzen und Koordinationsschwierigkeiten hat, eventuell sogar in Ohnmacht gefallen ist. In diesem Fall dringend einen Arzt rufen. Als Erste-Hilfe-Maßnahme feuchte Tücher auflegen oder lauwarme Duschen (keinesfalls aber kalt, denn das könnte zu einem thermischen Schock führen).

Viel Wasser trinken

Das Risiko eines Hitzschlags, so Solbes, ist jedoch auf den Kanaren dank des weitgehend ausgeglichenen Klimas ausgesprochen gering, wenn gewisse Verhaltensregeln beachtet werden, die eigentlich schon der gesunde Menschenverstand diktiert: In der Sonne grundsätzlich eine Kopfbedeckung tragen. Längerer Aufenthalt in der Sonne ist zu meiden, lieber den Schatten suchen (auch da wird man braun). In der Mittagshitze möglichst an einem kühlen Ort ruhen, statt in der prallen Sonne zu liegen. Abkühlung im Bad oder der Dusche suchen. Luftige Kleidung tragen. Und ganz wichtig: viel Wasser trinken, um das Austrocknen des Körpers zu vermeiden. Das führt nämlich zu Blutverdickung und damit zu Herz-Kreislauf-Problemen. Ab Temperaturen von über 27,8 Grad keine sportliche Betätigung mehr betreiben. Das gilt auch für schwere körperliche Arbeit.

Zahlreiche unter der Hitze leidende Menschen taten ein übriges: Sie kauften sich einen Ventilator. So wird für Juni und Juli ein sprunghafter Anstieg von 64% in den Verkaufszahlen von Ventilatoren und Klimageräten gemeldet.

Der Wissenschaftler Juan Carlos Rodríguez vom Centro de Ciencias Medioambientales meint übrigens, diese Hitzewelle sei "erst der Anfang". Treibhauseffekt und sonstige Veränderungen der Umwelt sollen seiner Meinung nach den Sommer in der Zukunft noch heißer werden lassen.


In Kooperation mit: Wochenspiegel

Donnerstag, 7. August 2003
Hapag-Lloyd nach Teneriffa-Nord

In dieser Wintersaison fliegt Hapag-Lloyd erstmals Teneriffas Nordflughafen an. Ab Ende Oktober geht es jeden Donnerstag von allen Abflughäfen der Hapag über das Drehkreuz München nach Los Rodeos. Damit kommt World of TUI dem nach wie vor starken Trend in Teneriffas Norden nach, dem vor allem die Stammgäste weiterhin treu bleiben.
Insgesamt startet Hapag-Lloyd im Winter 128 mal pro Woche auf die Kanaren, davon 33 mal nach Teneriffa und 41 mal nach Gran Canaria. Erstmalig startet Hapag-Lloyd dann auch von Leipzig nach Fuerteventura, Gran Canaria und Teneriffa.

Ab Düsseldorf geht der Ferienflieger dann zusätzlich zum Sonntag auch samstags nach Lanzarote, und ab Frankfurt dann auch freitags nach Gran Canaria.


In Kooperation mit: Wochenspiegel


 

 
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