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 Canarias24.com: Newsarchiv vom September 2002

Montag, 30. September 2002
Teneriffas Müll soll Energie liefern

"Wir möchten den Müll zur Energiegewinnung nutzen, doch sind Verbrennungsanlagen nicht der einzige Weg dahin", so der Cabildo-Beauftragte für wirtschaftliche Entwicklung, Industrie und Handel, Miguel Ángel Guisado im Hinblick auf die Polemik um die geplante Müllverbrennungsanlage in Arico. "Es gibt auch andere wie die Pyrolyse, die Gasifizierung oder die Biomethanisierung, und wir werden uns für das beste System entscheiden. Das Projekt soll in einer der nächsten Plenarsitzungen zur Ausschreibung gegeben werden. Bis Mitte 2003 werden wir uns dann für ein System entschieden haben."

1985 wurde die Mülldeponie nach Arico verlegt, weil dort genügend Land und vor allem relativ undurchlässiges Gestein vorhanden war, das die Filtration von Giftstoffen in die Erde verhindert. Auf 30 Jahre ausgelegt, mußte sie jedoch bereits Ende der 90er Jahre erweitert werden, um das anfallende Müllvolumen noch fassen zu können. Eine weitere Müllkippe könnte die Insel nicht verkraften. Außerdem gibt es kein geeignetes Gelände mehr. So soll der "P.I.R.S." (plan integral de residuos sólidos) definitiv in Arico bleiben. Allerdings setzt die Inselregierung nun auf mehr Mülltrennung von den Haushalten aus, um den Restmüll dann einfacher verarbeiten zu können. Inzwischen werden auf der Insel Glas, Papier, Batterien und Alu-Dosen getrennt. Außerdem steht in Arico eine Kompostieranlage, die auch weiterhin arbeiten wird.

Lediglich der nicht recycelbare Müll soll dann in der Verbrennungsanlage – wie auch immer das System dann konkret heißen wird – verarbeitet und die so gewonnene Energie ins Stromnetz der Insel eingespeist werden. Befürchtungen der Grünen über Luft- und Landverschmutzung durch giftige Asche wiegelt der Cabildo-Beauftragte mit dem Hinweis auf ein äußerst reduziertes Müllvolumen ab: "Die modernen Filter lassen eine Luftverschmutzung praktisch nicht mehr zu. Und Ascherückstände sollen in einem versiegelten Gebiet vergraben werden."

Protest
Die Grünen lassen auch den Hinweis auf die Verbrennungsanlage von Mallorca nicht gelten. "Es ist nicht wahr, daß diese Anlage mit dem Einverständnis der Grünen gebaut wurde. Die Anlage in Son Reus wurde gebaut, bevor die Grünen der Regierung beitraten." Im Gegenteil weisen sie darauf hin, daß der dritte, ursprünglich geplante Ofen nun nicht mehr gebaut wird, sondern daß Mallorca auf 90%iges Recycling setzen und die Verbrennungsanlage auf lange Sicht stilllegen will.
Auch die Gewerkschaft CCOO lehnt die auf Teneriffa geplante Anlage ab, die "allen Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung widerspricht", und fordert grundlegende Mülltrennung: "Wir müssen umdenken und den Müll als eine Art Rohstoffressource betrachten. Bei verstärkter Mülltrennung durch den Verbraucher könnten hier sogar neue Arbeitsplätze entstehen. In Europa gibt es zahlreiche Beispiele dafür."


In Kooperation mit: Wochenspiegel

Dienstag, 24. September 2002
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Donnerstag, 19. September 2002
Haben Sie eine Kanaren-Frage? Fragen Sie!

Einen ganz besonderen Service haben wir uns bei Canarias24 für Sie ausgedacht: Das Canarias24-FAQ stellt eine Datenbank der meistgefragten Fragen über die Kanaren dar. Und findet sich einmal keine Antwort, kann man die Frage direkt an uns stellen. Diese wird dann so schnell wie möglich beantwortet. Also, fragen Sie ruhig...

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 (azl)

Mittwoch, 18. September 2002
Media Markt eröffnet erste Filiale auf den Kanaren

Am 26. August wurde in Las Palmas de Gran Canaria der 10. Media Markt in Spanien eröffnet. Berühmt für die günstigsten Preise hat sich die Media Markt Gruppe aus Deutschland mittlerweile zu Europas größtem Elektrofachmarkt mit über 200 sogenannten Megastores in 9 Ländern entwickelt. In Spanien ist die Gruppe bereits mit Vertretungen in Madrid, Alicante, Barcelona und anderen größeren Städten präsent, doch auf den Kanarischen Inseln ist der Media Markt im Centro Comercial 7 Palmas in Gran Canarias Hauptstadt der erste.

Während einer Pressekonferenz erklärte Media Markt-Generaldirektor in Spanien, Salvador Martí, die Unternehmensstrategie, die vor allem auf Niedrigpreisen, einem guten Preisleistungsverhältnis und einem vollständigen Sortiment mit den bekanntesten Marken basiert. Media Markt verpflichtet sich nicht nur, unzufriedenen Kunden ihr Geld zurückzuerstatten. Sollte ein Kunde dasselbe Produkt etwa günstiger bei einem anderen Anbieter finden, wird der Differenzbetrag ebenfalls erstattet.

Der neu eröffnete Media Markt in Las Palmas hat eine Ausstellungsfläche von 2.500 Quadratmetern, und Salvador Martí erwartet einen jährlichen Umsatz von 10 Millionen Euro.

Noch gibt es keine konkreten Pläne für die Einrichtung eines Media Markts auf Teneriffa, doch diese Möglichkeit schließt Martí in den nächsten Jahren nicht aus.

Am Eröffnungstag wurden gegen 14 Uhr rund 1.000 Kunden gezählt. An den Kassen bildeten sich lange Schlangen, und die Direktion teilte am darauffolgenden Tag mit, daß nachdem der neue Media Markt seine Türen öffnete, allein in den ersten zwei Stunden 3.500 Artikel verkauft wurden.


In Kooperation mit: Wochenspiegel

Mittwoch, 11. September 2002
Gratisurlaub auf den Kanaren für 1000 Kinder von Hochwasseropfern

Zusammen mit Bundesinnenminister Otto Schily stellte der kanarische Regierungschef Román Rodríguez während seiner Berlinreise Ende August die Ferieninitiative vor, durch die 1.000 deutsche Kinder aus den Hochwassergebieten zusammen mit erwachsenen Begleitpersonen einen kostenlosen zweiwöchigen Ferienaufenthalt auf einer Kanareninsel verbringen werden. Die Idee stammte von dem auf Gran Canaria lebenden Stardirigenten und Klaviervirtuosen Justus Frantz und wurde sogleich mit grossem Interesse von der kanarischen Regierung aufgegriffen. In Berlin nahm Román Rodríguez den Dank von Bundeskanzler Schröder und Innenminister Schily entgegen. Schröder bezeichnete die kanarische Initiative als "schönes Beispiel der internationalen Solidarität" und auch Otto Schily zeigte sich sehr erfreut über die deutliche Verbundenheit des kanarischen Archipels mit Deutschland. Schily wies auf die Bedeutung dieser Initiative hin, da neben den materiellen Schäden auch die seelischen Folgen der Flutkatastrophe nicht vergessen werden dürfen. Er betonte außerdem, daß das kanarische Angebot das erste dieser Art sei, doch er könne sich gut vorstellen, daß weitere folgen werden.

Román Rodríguez wies darauf hin, daß die Einladung ab sofort gelte und die Kinder mit ihren Begleitern freie Bettenkapazitäten nutzen werden. In Zusammenarbeit mit der Deutschen Bahn – so Schily – werde der Flughafentransfer innerhalb Deutschlands organisiert. Die Kosten für Flug, Unterbringung und Vollpension werden von lokalen Tourismusverbänden, Hotelbetrieben, spanischen Reiseveranstaltern, der Reisegruppe Thomas Cook und der Charterfluggesellschaft Condor mitfinanziert. Das großzügige Angebot gilt für 1.000 Kinder bis 15 Jahre und 1.000 erwachsene Angehörige, die von der Hochwasserkatastrophe in Deutschland direkt betroffen waren.

Hilfe aus dem Urlaubsparadies
Die Bewohner der Kanarischen Inseln sind allgemein durch ihre enorme Solidarität bekannt, die sie bereits in anderen Situationen unter Beweis gestellt haben. Auch Regierungschef Román Rodríguez unterstrich während seines Berlinbesuchs diese lobenswerte Charaktereigenschaft der Canarios, die auch nach der Flutkatastrophe in Vargas/Venezuela im Jahr 1999 in Aktion traten, um zu helfen, wo es ging.

Ebenso wie mit Venezuela verbindet die Kanaren auch mit Deutschland eine enge Beziehung, die im letzteren Fall allerdings weniger auf Familienbande zurückzuführen ist. Etwa vier Millionen Deutsche verbringen alljährlich einen Urlaub auf den Kanaren, was nahezu 27% des absoluten Tourismusvolumens der Inseln ausmacht. Zwischen 70.000 und 100.000 Deutsche haben einen Wohnsitz auf einer Kanareninsel.
Die Zeichen der Solidarität mit den deutschen Hochwassergeschädigten werden immer zahlreicher. So will sich die Handelskammer aus Gran Canaria ebenfalls an der Hilfs-initiative beteiligen und hat ihre Unterstützung für die deutschen Handelskammern angekündigt. Wie ein Sprecher mitteilte, sollen in Zusammenarbeit mit dem Fremdenverkehrsverband kleinere Unternehmer, deren Betriebe von dem Hochwasser betroffen waren, zu einem Gratisurlaub eingeladen werden. Die Tourismusbehörde richtete ein Hochwasser-Spendenkonto ein, ebenso wie die Gemeinde San Bartolomé de Tirajana. 40 freiwillige Helfer aus Gran Canaria, viele davon Zivilschutzmitarbeiter, flogen für eine Woche nach Deutschland, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen.

1 Million Euro von Privat
Seit etwa 30 Jahren lebt das Ehepaar Schmid auf Gran Canaria. Die Eigentümer des Touristikunternehmens Paradies Hotels S.A., zu dem mehrere Bungalowanlagen im Süden Gran Canarias gehören, sind bereits durch andere solidarische Handlungen bekannt. Manuela Schmid hat beispielsweise die Patenschaft für über 50 behinderte Kinder eines Zentrums auf Gran Canaria übernommen, berichtet eine dortige Tageszeitung. Auch die Flutkatastrophe in Deutschland hat das Ehepaar Schmid tief beeindruckt, und um die Not der Betroffenen zu lindern haben sie 1 Million Euro gespendet. Manuela und Stephan Schmid hoffen, daß ihr Handeln andere Unternehmer dazu animiert, es ihnen nachzutun.


In Kooperation mit: Wochenspiegel

Mittwoch, 4. September 2002
AENA plant Radaranlage im Anaga-Gebirge

Das Vorhaben der spanischen Zivilluftfahrtbehörde AENA, in der Nähe des Pico del Inglés im Anaga-Naturpark eine Radaranlage einzurichten, ist nicht neu. Über ein Jahr lang wurde das Projekt jedoch auf Eis gelegt, weil die Gemeinde Santa Cruz, zu der auch das Anaga-Massiv gehört, zahlreiche Einwände vor allem umwelttechnischer Natur vorgebracht hatte. Die Vorstellung einer Radaranlage mitten in einem so wunderschönen Naturgebiet wie Anaga ist tatsächlich grotesk. Vom technischen und landschaftlichen Standpunkt aus wurden Untersuchungen durchgeführt und Gutachten erstellt, um den Einfluß der Anlage auf das Landschaftsbild und die Natur so gering wie möglich zu halten.

Obwohl die Ideallösung der Verzicht von seiten der AENA auf dieses Projekt gewesen wäre, führten auch die besten Argumente nicht zu einer kompletten Aufhebung der Pläne. AENA besteht auf der absoluten Notwendigkeit der neuen Anlage, um die Überwachung des Flugverkehrs auf den Inseln zu verbessern. Der Grund und Boden, auf dem die Anlage entstehen soll, ist Eigentum von AENA und befindet sich auf dem höchsten Punkt des Anaga-Massivs auf dem 1.024 Meter hohen Berg Taborno.

Die Planung der AENA-Architekten beschreibt ein Gebäude, aus dem ein etwa 13 Meter hoher Turm herausragt, auf dem die Radarkuppel angebracht wird. Der Rest des Gebäudes soll terrassenförmig angelegt werden. Außerdem sieht das Projekt den Bau eines weiteren einstöckigen Gebäudes vor, das eine Grundfläche von über 250 Quadratmetern belegt, Wasser- und Benzintanks für die Versorgung der Angestellten und der Stromaggregate.

Energische Proteste
Die kanarische Umweltschutzgruppe ATAN hat bereits energisch gegen das Projekt protestiert. Mit der Begründung, das Grundstück, auf dem die Anlage entstehen soll, befinde sich innerhalb des Landschaftsparks von Anaga und sei mit den Naturschutzabsichten innerhalb des Parque Rural unvereinbar, lehnt ATAN das Vorhaben von AENA strikt ab.

Trotzdem erschien am 12. Juli im öffentlichen Staatsanzeiger BOE das abgeschlossene Umweltgutachten des Projektes und es ist damit zu rechnen, daß AENA sich und das Projekt letztendlich durchsetzen wird.


In Kooperation mit: Wochenspiegel


 

 
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