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 Canarias24.com: Newsarchiv vom Oktober 2003

Montag, 27. Oktober 2003
Waalsterben: Marine und Meeressäufer nicht kompatibel

Fuerteventuras Cabildo wird in Absprache mit der kanarischen Regierung bei der zuständigen Stelle die Erklärung der gesamten Gewässer rund um die Insel zum Meeresreservat fordern. Dies wurde während eines Treffens der Sonderkommission, die das Walsterben vor der Küste Fuerteventuras im vergangenen Jahr untersucht, beschlossen. Im Rahmen dieser Kommission arbeiten Experten des kanarischen Umweltamtes, des Cabildos, der beiden kanarischen Universitäten sowie des spanischen Verteidigungsministeriums zusammen. Gegründet wurde dieser Untersuchungsausschuss, nachdem im September 2002 an der Inselküste 16 Meeressäuger strandeten. Zeitgleich hatte vor Fuerteventura ein NATO-Marinemanöver unter spanischer Leitung stattgefunden, was von den Meeresbiologen und Tiermedizinern unmittelbar für das Walsterben verantwortlich gemacht wurde.
Verteidigungsminister Federico Trillo versicherte damals schnell, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Manöver und dem Walsterben gebe. Einen Monat später sagte er vor dem Kongress: "Wir haben nie behauptet, dass es keinen Zusammenhang gibt. Wir haben lediglich gesagt, dass wir Untersuchungen durchführen werden".
Um der wahren Todesursache der Wale auf den Grund zu gehen, wurde tatsächlich eine Kommission ins Leben gerufen, die nun, ein Jahr später, das endgültige Ergebnis vorlegen will. Dieses dürfte wohl kaum Überraschungen bringen, denn schon lange ist klar, dass die militärischen Übungen tatsächlich der Grund für das massive Walsterben waren. Das Manöver war Teil der Marineübungen verschiedener NATO-Mitgliedsländer und der ständigen NATO-Flotte im Atlantik. Dabei kamen U-Boote, Flugzeugträger und über 20 Kriegs-schiffe zum Einsatz, die mit ihren Niedrigfrequenz-Sonars den Walen verheerenden Schaden zufügten. Die extrem empfindlichen Sinnesorgane der Wale halten den akustischen Signalen der Sonars nicht stand. Die Folge ist eine Schockreaktion, innere Blutungen und schließlich der Tod.

Nach einjähriger Beratungs- und Untersuchungszeit ist die Sonderkommission nun ebenfalls zu dem Schluss gekommen, dass die Gewässer um Fuerteventura – Lebensraum zahlreicher Meeressäuger – für militärische Übungen gesperrt werden müssen. Auch der Vergleich der Umwelttragödie auf Fuertentura mit ähnlich traurigen Geschehnissen in Griechenland, Neuseeland, Hawaii und den Bahamas brachte die Erkenntnis, dass Marine und Meeressäuger nicht kompatibel sind.
Bereits im Mai dieses Jahres kündigte der kanarische Generaldirektor für Umweltpolitik im Rahmen einer Tagung auf Fuerteventura an, dass die Schaffung eines Meeresreservates im Gebiet von Sotavento angestrebt wird. Jetzt will die Regionalregierung zusammen mit dem Cabildo Nägel mit Köpfen machen.


Ohne Druckausgleich läuft gar nichts

Spanische und britische Wissenschaftler, die zu diesem Thema einen Bericht in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht haben, machen ebenfalls die Sonars der Schiffe für den Tod der Wale verantwortlich.
In dem Bericht heißt es, dass die Meeressäuger vermutlich durch zu schnelles Auftauchen starben. Durch die Sonars der Schiffe um die Orientierung gebracht, tauchten die Tiere steil ohne den notwendigen Druckausgleich auf. Dies führte zum Tod. Die Wissenschaftler vergleichen die Auswirkungen dieses zu schnellen Auftauchens bei den Walen mit den Folgen, die ein fehlender Druckausgleich für einen Taucher hat. Die fatalen Folgen seien dieselben, versichern sie. Beide – Menschen und Wale – tauchen mit Luft ab. Diese Luft besteht aus Sauerstoff und Stickstoff. Während des Tauchgangs verbraucht der Organismus den Sauerstoff, während der Stickstoff sich im Blut ansammelt. Bei längeren Tauchgängen entstehen enorme Stickstoffkonzentrationen, die teilweise dreimal so hoch sind, wie an der Oberfläche. Aus diesem Grund müssen Taucher und Wale nach einem Tauchgang sehr langsam an die Oberfläche zurückkehren und Druckausgleich ausüben. Andernfalls bildet der Stickstoff in den Venen Blasen, die im Blut zu den lebenswichtigen Organen weitertransport werden und hier zu tödlichen Blutungen führen.
An der Universität Las Palmas wurden detaillierte Autopsien an 10 der toten Wale vorgenommen, die allesamt dasselbe Ergebnis aufzeigen.
Antonio Fernandez von der Fakultät für Tiermedizin berichtet: "Mee-ressäuger sind die besten Taucher in der Natur. Dass diese Exemplare aufgrund eines fehlenden Druckausgleichs starben, kann zwei Erklärungen haben, beide jedoch stehen in Zusammenhang mit den Ultraschallwellen der militärischen Sonars." Die erste Hypothese ist, dass die Schallwellen dazu führen, dass der hochkonzentrierte Stickstoff sich zu tödlichen Blasen formt (es gibt mathematische Modelle, die diese These untermauern). Die zweite Möglichkeit ist, dass die Schallwellen die Tiere erschreckten und sie ihre „Tauchervorschriften“ vergessen ließen. Sie tauchten zu schnell auf, und der Stickstoff führte zu einer Explosion ihrer inneren Organe.

"Unsere Studie beweist nicht, dass die Sonars schuld sind, aber sie reduziert die Möglichkeit der Nichtschuld erheblich", betont Fernández.


In Kooperation mit: Wochenspiegel

Donnerstag, 23. Oktober 2003
Die Teleskope Magic und Mercator wurden auf La Palma eingeweiht

Am 10. Oktober fand planmäßig auf dem Roque de los Muchachos auf La Palma ein für internationale Forschungskreise bedeutendes Ereignis statt. Zwei neue Teleskope wurden auf dem Gelände der mittlerweile weltweit bekannten Sternwarte eingeweiht: Das Mercator und das Magic.

Zur Präsentation und Einweihung der Teleskope kamen zahlreiche Politiker und Wissenschaftler auf die Kanareninsel, darunter auch Ministerialdirektor Dr. Hermann Schunck, Leiter der Abteilung Forschung, Verkehr und Raumfahrt im Bundesministerium für Bildung und Forschung. Denn an dem Magic-Projekt ist auch Deutschland maßgeblich beteiligt.

Das weltweit größte Cherenkov-Teleskop zur Beobachtung von energiereicher Gammastrahlung aus dem Universum wurde im Rahmen eines spanisch-deutsch-italienischen Abkommens gebaut und ist auf seinem Gebiet revolutionär. Zur Einweihung des Mercator-Teleskops reiste die belgische Bildungsministerin Marlen Vanderpoorten an. Auch ein Vertreter des spanischen Ministeriums für Wissenschaft und Technik war anwesend. Gonzalo León betonte in einer kurzen Rede die Bedeutung der internationalen Kooperation in Sachen Wissenschaft und Forschung auf dem Roque de los Muchachos. Der Berg auf La Palma (2.200 Meter) hat sich durch eine gute Infrastruktur und exzellente atmosphärische Bedingungen für die Himmelsforschung bewährt. Dies betonte auch der kanarische Bildungs- und Kultusminister José Miguel Ruano in seiner Ansprache. Er erinnerte an die Gründung der Sternwarte vor 18 Jahren und wies auf die Bemühungen der Regierung und der Bevölkerung von La Palma hin, die Lichtverschmutzung so gering wie möglich zu halten und so die idealen Forschungsbedingungen auf dem Roque zu erhalten.

Das Magic Teleskop

Das Magic-Teleskop ist das weltgrößte Cherenkov-Teleskop für erdgebundene Gamma-Astronomie. Die Gamma-Astronomie untersucht die höchstenergetische Strahlung von astrophysikalischen Objekten und Phänomenen.

Ein entscheidendes Merkmal des Magic-Teleskops ist der sehr große Spiegeldurchmesser von 17 Metern, der aus fast 1.000 diamantgeschliffenen und heizbaren Aluminiumelementen besteht. Interessant ist auch die hohe Beweglichkeit des Teleskops, die durch die gewichtssparende, innovative Kohlefaserkonstruktion erreicht wird. Die rasche Ausrichtbarkeit des großen Teleskops (circa 20 Sekunden) erlaubt es, transiente Phänomene wie die Gamma Ray Bursts, die nur kurz aufleuchten und dann die hellsten Objekte am gesamten Himmel darstellen, zu beobachten.
Der Aufbau des Magic begann im zweiten Halbjahr 2002. Anfang 2003 waren ein Teil der Spiegel und der Kamera montiert und die Auslese im Aufbau. Im März wurden die ersten Signale ausgelesen, Ende Mai die ersten Luftschauer beobachtet. Im September waren die Spiegel zu beinahe 90% eingerichtet und die Kamera komplett. Jetzt wurde auch das eigentliche Beobachtungsprogramm der Physik der Gammastrahlung gestartet.

Die Entwicklung des Teleskops wurde seit 1995 von einer internationalen Arbeitsgruppe (Armenien, Deutschland, Italien, Polen, Russland, Spanien, Südafrika, Ukraine) von circa vierzig Physikern unter Federführung des Max-Planck-Instituts für Physik München und der Bergischen Universität - Gesamthochschule Wuppertal vorangetrieben. Dieses Konsortium, dem auch das Astrophysikalische Institut der Kanaren IAC angehört, übernimmt nun auch die Verwaltung des Großteleskops.
Sobald das Teleskop den Routinebetrieb aufgenommen hat, soll auch ein Gastbeobachterpogramm für interessierte Astronomen angeboten werden.

Das Mercator Teleskop

Das belgische Mercator Teleskop ist erheblich kleiner als das Magic, jedoch nicht weniger bedeutend. Es hat einen Durchmesser von 1,5 Metern und soll den Astrophysikern grundlegende Erkenntnisse der Astroseismologie und der Kerne aktiver Galaxien vermitteln. Die Astroseismologie beschäftigt sich mit der Untersuchung der Oszillationen sonnenähnlicher Sterne, um den Aufbau und die innere Struktur dieser Sterne zu entschlüsseln.

Die moderne Technologie des Mercator macht es möglich, dass auf Niveaus geforscht wird, die früher nur von den wirklich großen Teleskopen erreicht wurden. Das Mercator wird von der belgischen Leuven-Universität betrieben.


In Kooperation mit: Wochenspiegel

Donnerstag, 16. Oktober 2003
Aero Lloyd meldet Insolvenz an

Der deutsche Ferienflieger ist pleite. Seit Donnerstag früh stehen alle Triebwerke still. Durch die überraschende Insolvenz sitzen nun rund 8500 Fluggäste an deutschen und ausländischen Flughäfen fest.

Die etwa 20% der Fluggäste, die nicht über einen Reiseveranstalter gebucht haben, müssen sich nun selbst um einen Rückflug kümmern und diesen auch bezahlen, sagte der Sprecher: "Wir können zurzeit rein formal nicht dafür geradestehen."

Aero Lloyd hat für seine Kunden ein Service-Telefon unter 06171-625200 geschaltet.
 (azl)

Montag, 6. Oktober 2003
10.000 qm für den Tierschutz

Begum Prinzessin Aga Khan und ihre Mutter Renate Thyssen-Henne sind die Mentorinnen der Tierschutzorganisation SOS Animal "Tierschutz ohne Grenzen", die Ende September gemeinsam mit Teneriffas Cabildo-Präsidenten Ricardo Melchior den Grundstein für das neue Inseltierheim im Süden von Teneriffa legten. Damit erfüllt sich die langgehegte Forderung der verschiedenen Tierschutzvereine von Teneriffa nach einem Tierheim, in dem die herrenlosen Kreaturen der Insel gut aufgehoben sind.

Nach dem mit dem Cabildo geschlossenen Abkommen tritt die Inselverwaltung das 10.000 qm große, inzwischen bereits eingezäunte Gelände in der Nähe des ITER an die Tierschutzorganisation ab, die sich ihrerseits zum Bau der Anlage und zu ihrem Unterhalt verpflichtet hat. Weiterhin stellt das Cabildo der Anlage kostenlos Strom und Wasser zur Verfügung.

SOS Animal wird nach Fertigstellung des Tierheims nicht nur herrenlose Tiere in der Anlage aufnehmen und betreuen, sondern auch dafür sorgen, dass diese Tiere in gute Hände nach Deutschland vermittelt werden. Hauptsächlich werden hier Hunde aufgenommen, doch wird es auch eine gesonderte Abteilung für Katzen geben.

Cabildo-Präsident Ricardo Melchior lobte die Tierschutzarbeit der Prinzessin und der Organiation, der sie vorsteht, und wies darauf hin, dass ihre Arbeit sich nicht nur auf Teneriffa konzentriert: "Dieses Tierheim wird das erste einer Reihe von ähnlichen Anlagen in anderen Teilen der Welt sein."


In Kooperation mit: Wochenspiegel


 

 
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